Die Täter-Lobby und ihre Ziele
Kinder haben keine Lobby - auch nicht diejenigen, die sich selber als solche darstellen.
Sie haben wirklich keine Lobby.
Täter hingegen schon.
Achtung, kann eventuell triggern!
In diesem Artikel analysiere ich die politische und sonstige Arbeit
von Täter-Lobbyisten. Das Gros dieser Arbeit findet versteckt statt,
da nur wenige Leute es wagen, ganz offen für Straftaten zu werben.
Dennoch gibt es bestimmte Erkennungszeichen, an denen Täter-Lobby-Arbeit
erkennbar ist.
Ein Beispiel: die "Wormser Prozesse"
Wer im Internet nach der Stichwort-Kombination "Wormser Prozesse" sucht, findet obenan eine Fülle
von Hetzschriften gegen einen angeblichen "Hexenwahn".
Hintergrund sind Anklagen aus den 1990er Jahren gegen eine ganze Reihe von Eltern und Verwandte von Kindern, die
ihre Kinder damals angeblich sexuell und sadistisch missbraucht
haben sollen.
In diesen Hetzschriften wird so getan, als ob es Kinderschützer seien,
die zu Unrecht überall Missbrauch vermuten und durch ihren "Missbrauchs-Wahn"
unsägliches Leid über Massen an zu Unrecht Verdächtigte brächten.
Stimmen die Behauptungen dieser Hetzschriften?
Ich bitte den Leser, sich dazu den folgenden Spiegel-Artikel genau anzusehen und anschließend
diesen Artikel weiterzulesen, in dem ich die darin geschilderten Vorgänge aus einer weiteren Perspektive
beleuchten werde:
- http://suche.spiegel.de/spiegel/print/d-59403018.html
- Weitere Zeitungsartikel finden sich vor allem in der Rhein-Main-Presse (lokale Zeitung von Worms und Umgebung). Laut Artikel http://www.allgemeine-zeitung.de/4904047.htm ist das Urteil gegen den Leiter der ehemaligen Kinderschutzeinrichtung "Spatzennest" rechtskräftig, was jedoch in dem o.g. Spiegel-Artikel noch nicht bekannt zu sein scheint.
Meine Analyse hierzu: ich gehe davon aus, dass wie von der Presse berichtet das
Urteil vom 22.8.2008 gegen den ehemaligen Leiter des "Spatzennests" rechtskräftig ist.
Seine Rolle in den sogenannten "Wormser Prozessen" der 1990er Jahre, wo er laut Berichten als einer
der Hauptankläger auftrat, erscheint nun in einem komplett anderen Licht,
als die vielen Internet-Hetzschriften gegen den Kinderschutz vermuten lassen.
Weshalb?
Offensichtlich muss es sich um einen
Pädophilen handeln,
da er nach heutigen Erkenntnissen u.a. kinderpornographisches Material von seinen Schützlingen
selbst hergestellt haben muss
(denn anders lassen sich die laut Spiegel-Bericht bei ihm gefundenen Bilder nicht erklären).
Sein "Wirken" weist dutzende weitere Merkmale von
"besonderem Interesse" an Sex mit Kindern auf.
Gleichzeitig hierzu ist er aber bei den "Wormser Prozessen" gegenüber dem Gericht
und der Öffentlichkeit als Kinderschützer, ja sogar als
Leiter einer Kinderschutz-Einrichtung aufgetreten.
Eine Doppelrolle also.
Dass er jahrelang diese Doppelrolle gespielt hat, ist jedoch erst jetzt nach dem Gerichtsurteil
unabweisbar geworden.
Was bedeutet diese insgeheime und lange versteckte Doppelrolle für die Dynamik des Geschehens?
- Ein Täter,
der gleichzeitig in der Rolle des Kinderschützers auftritt
und in dieser Rolle andere (vor allem die Eltern der damals missbrauchten Kinder)
als Täter darstellt und anklagt, führt zunächst einmal das Paradebeispiel einer
Verdrehung durch.
- Geraderückung: ganz offensichtlich wurden viele der Wormser Kinder in den 1990er Jahren
tatsächlich missbraucht. Nicht nur das Gericht hat dies damals festgestellt.
Laut früheren Berichten
gab es klare medizinische Hinweise auf Kindes-Vergewaltigungen.
Vom Grundprinzip her war also das damalige Einschreiten des Jugendamts und des Gerichtes berechtigt.
Jedoch ist davon auszugehen, dass die Kinder wohl kaum von ihren (zu Unrecht angeklagten) Eltern,
sondern mit höherer Wahrscheinlichkeit von einem der damaligen Hauptankläger missbraucht wurden -
wofür es laut Spiegel sehr konkrete Verdachtshinweise gab (denen jedoch interessanterweise
damals nicht ausreichend nachgegangen worden ist). So können einige der damals
gerichtsmedizinisch festgestellten auf Vergewaltigung hindeutenden Spuren nur im Spatzennest entstanden sein.
Demnach hat das Jugendamt und das Gericht also damals in den 1990ern
den oder die Täter in den vollkommen falschen Reihen gesucht.
- In der Geschichte mit den offensichtlich selbst hergestellten Kinderpornos und den darauf abgebildeten Kindern,
die der heute Verurteilte angeblich nicht kenne, finden sich so ziemlich alle klassischen
Täter-Leugnungen und Verharmlosungen
bis hin zum VAS (Verantwortungs-Abwehr-Syndrom) - fast wie aus dem Lehrbuch (vgl. Literatur).
- Wer Kinderpornos nicht nur passiv konsumiert, sondern aktiv selber produziert, muss innerhalb
der Pädophilen-Szene eine relativ hohe Rang-Stellung innehaben (vgl. meine
Darstellung von Täter-Karrieren).
- Die Presse-Beschreibungen seiner systematisch erarbeiteten "Zuständigkeiten" und
"medizinischen Fachkenntnisse" weisen viele Merkmale
eines Profi-Täters nach Deegeners Täter-Klassifizierung auf.
- Die Verdrehung von Täter- und Schützer-Rollen ist geradezu typisch für Täter-Verhalten
und auch für den Täter-Lobbyismus.
Daran kann man Täter-Lobbyismus erkennen!
- Ganz offensichtlich muss es dem Leiter des Kinderheims damals in den 1990er Jahren gelungen sein,
das Vertrauen anderer zu erschwindeln.
Anders sind viele damalige Verhaltensweisen des Jugendamts und des Gerichts in den
"Wormser Prozessen" kaum noch zu erklären.
Sexueller Missbrauch ist mit Vertrauens-Missbrauch untrennbar verwoben!
- Mehr noch: es muss ihm offensichtlich gelungen sein, Sand in die Augen anderer zu streuen und
mittels Nebelkerzen den (begründeten!) Verdacht weg von sich und ganz woanders hin zu lenken.
Offenbar war er auf irgend eine Weise denjenigen überlegen, die damals
für echte Aufklärung sorgen wollten. Diese Überlegenheit muss u.a. im Wissensvorsprung zu suchen sein,
den er vor anderen hatte.
Ein Beispiel: bereits der Name "Spatzennest" dürfte kein Zufall sein.
Als ich selber in den 1970er Jahren von einem Pädophilen missbraucht
wurde, bezeichnete dieser mich u.a. mit dem Kosenamen "Spatz". Er redete jedoch auch desöfteren in der Mehrzahl
von anderen "Spatzen", die er ebenfalls "besuchte". Im Lateinischen bedeutet "passer" nicht nur "Sperling" oder
"Spatz", sondern auch "Penis" (vgl. italienisch "passero"; analoge Bedeutungen in weiteren romanischen Sprachen, sowie im Griechischen und in der gesamten indogermanischen Sprachfamilie).
Daher gehe ich davon aus, dass der Begriff "Spatzen" in der Pädophilen-Szene
einen gängigen Deckbegriff für "sehr junges Frischfleisch" darstellt.
Während der Name "Spatzennest" für Unbedarfte drollig klingt und "Nestwärme" suggeriert,
können Insider wie z.B. der Täter-Lobby nahestehende Prozess-Beteiligte alleine am Namen bereits erkennen,
worauf sie Rücksicht nehmen müssen.
- Dieser "Erfolg" wirft die Frage auf, weshalb die staatlichen Stellen sich damals derart
zum Narren halten haben lassen.
- Apropos "zum Narren halten": ich frage mich, wie ein Mann, der ganz offenbar
schwerste Schäden bei
den ihm anvertrauten Kindern und bei den damals zu Unrecht angeklagten Eltern
und in ihren Familienstrukturen angerichtet hat,
auch heute noch nur mit einer Bewährungsstrafe davonkommen kann.
Siehe hierzu http://www.die-topnews.de/bewaehrungsstrafe-fuer-spatzennest-erzieher-316320.
Entweder hat er wiederum alle Register seines
"Könnens" gezogen (von dem sich wiederum die Strafverfolger haben blenden lassen),
oder er muss heimliche Verbündete an einigen Stellen haben.
Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb typische Täter-Verdrehungen
(z.B. Bagatellisierungen der "Erheblichkeitsschwelle")
im Urteil aufscheinen. Ich verstehe nicht, wie man das Berufsverbot lediglich auf 3 Jahre befristen kann, obwohl
die Täter-Forschung klar belegt, dass Pädophilie im Regelfall
eine lebenslange Orientierung darstellt und i.A. Wiederholungsgefahr
besteht.
- Egal aus welchen Gründen der angebliche "Kinderschützer"
heute nur eine Bewährungsstrafe bekommen hat: ganz offenbar machen einige
Strafverfolger seine Verdrehungen auch heute noch teilweise mit - anstatt
aus seiner vergangenen Rolle und Doppelrolle zu lernen.
Damit werden sie aus psychologischer Sicht zu Komplizen seiner Machenschaften
-- ob freiwillig oder nicht.
- Möglicherweise haben einige der Strafverfolger oder ihrer Kollegen / Vorgesetzten
heute kein Interesse daran, ihr damaliges
Versagen bei den Wormser Prozessen nochmals ins öffentliche Rampenlicht stellen zu lassen
und ziehen deshalb den heute überführten Täter nicht wirklich zur Verantwortung
-- je mehr sie seine heutigen Verdrehungen mitmachen und verharmlosen,
desto besser sehen sie selber in Bezug auf die 1990er Jahre aus.
Handelt es sich dabei nicht um eine insgeheime Form der Komplizenschaft?
- Nicht auszuschließen ist, dass der "Erfolg" des heute glimpflich Verurteilten
nicht ausschließlich auf seinem eigenen Mist gewachsen ist -
dass es also noch weitere (professionelle) Täter oder Mittäter / Mitwisser gibt.
Wie kann es sein, dass ein Hauptbelastungszeuge damals vor Gericht aussagen
konnte, dass er Kinder nackt zu sich ins Bett geholt hat, damit sie "Geschlechtsverkehr spielen",
ohne dass dies vom Gericht als klarer (erneuter) sexueller Missbrauch erkannt und behandelt wurde?
Kann es wirklich sein, dass Vorgänge von derartigem Kaliber ohne ein ganzes Netzwerk
an Täter-Interessen erfolgreich stattfinden können? Wie weit und wie hoch in den Hierarchien müssen
derartige Netzwerke reichen, damit so etwas ganz offen ohne Konsequenzen möglich ist?
- Wie erklärt sich die schier unglaubliche "Ignoranz" des Jugendamts
laut http://www.youtube.com/watch?v=zhm9KLCcL14?
Weshalb hat das Jugendamt den angeblichen Kinderschützer laut Bericht immer noch gedeckt, als gegen diesen
staatsanwaltlich ermittelt wurde? Kann es sein, dass dies alles lediglich auf "Unkenntnis"
oder "Blauäugigkeit" zurückzuführen ist, ohne
dass bei dieser penetranten Deckung irgendwelche besonderen Beziehungs-Bande zum später verurteilten Täter
mitgespielt haben könnten?
- Skandalisierung: heute liegt auf der Hand, dass der Wormser Skandal von ganz anderen
Leuten verursacht wurde, als in vielen Internet-Hetzschriften immer noch suggeriert wird.
Ganz offensichtlich wurde der Skandal nicht vom Kinderschutz, sondern von der
Täter-Lobby veranstaltet!
- Interessanterweise wurden die ganz offensichtliche Doppelrolle des Spatzennest-Leiters
und die daraus zu ziehende Schlussfolgerungen bisher nicht ausreichend öffentlich diskutiert.
Wie sind die Wormser Vorgänge nach
Bekanntwerden der neueren Erkenntnisse zu bewerten? Welche Folgen für einen wirklich professionellen
Kinderschutz leiten sich daraus ab? Hier herrscht ein riesiger Aufarbeitungs-Bedarf!
Nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels: wer gehört zur Täter-Lobby?
Laut Ursula Enders (s.u. Literatur) kann man die Täter-Lobby ganz grob in zwei Klassen einteilen:
- Diejenigen, die absichtlich und bewusst Täter-Lobby-Arbeit verrichten, diese Absicht jedoch
verschleiern und verdrehen. Die Verschleierung und Verdrehung sowie oftmals auch
Heimlichkeit ist ein Wesensmerkmal dieser
Gruppe.
- Diejenigen, die unabsichtlich den Täter-Lobby-Interessen Vorschub leisten, beispielsweise
durch Nachlässigkeit und unreflektiertes sich-Blenden-lassen. Eventuell auch durch psychologische
Abwehr der Missbrauchs-Realität, um sich selbst davor zu schützen.
In beiden Fällen sind die heimlichen Ziele oftmals derart gut versteckt, dass man ziemlich viel nachdenken und
schlussfolgern muss, um darauf zu komen.
Leider kann man wegen dem Verschleierungs- und Heimlichkeits-Charakter nicht
immer eindeutig erkennen, zu welcher der beiden Gruppen jemand gehört, der (verstecke) Täter-Lobby-Interessen
vertritt. Im Fall der Wormser Amtsträger gehe ich überwiegend von 2) aus. Im Fall
der vielen Internet-Hetzschriften gegen den Kinderschutz ist jedoch mit einem Überwiegen
der Interessengruppe 1) zu rechnen.
Ziele der Täter-Lobby
Ich unterscheide zwischen Hauptzielen und davon abgeleiteten Unterzielen.
Eine weitere Unterscheidung betrifft kurzfristige und langfristige Ziele.
Weiterhin ist theoretisch zu unterscheiden, ob jemand bewusst die Ziele der
Täter-Lobby unterstützt, oder unabsichtlich. Letztere Frage ist
jedoch von außen kaum entscheidbar.
Hauptziele
Diese Hauptziele werden in der hier geschilderten klaren Form fast nirgends (mit wenigen Ausnahmen)
deutlich sichtbar vertreten.
Täter-Lobby-Arbeit ist daher oftmals nicht direkt als solche erkennbar.
Stattdessen konzentriert sich die Arbeit von freiwilligen und unfreiwilligen Täter-Lobbyisten auf
folgende Unter-und Zwischenziele
(mit Beispielen für Erfolge / Misserfolge dieser Lobby-Arbeit):
Unter- und Nebenziele
- (1a) Einflussnahme auf das gerichtliche Gutachterwesen, bis hin zur Bestellung engagierter Gutachter,
bei deren Engagement ein Freispruch des Angeklagten fast sicher zu erwarten ist.
- (1a1) Besonderer Schwerpunkt: Glaubwürdigkeitsgutachten.
Falls keine weiteren Zeugen als das Opfer vorhanden sind, wird nach den vorgefertigten
Richtlinien von Täter-Lobbyisten fast jeder Angeklagte
freigesprochen; es gibt sehr renommierte "Sachverständige" mit hohem
wissenschaftlichem Status, die sich damit brüsten,
dass sich alle von ihnen jemals untersuchten Opfer-Zeugen (z.B. in einem
mir bekannten Fall mehr als 50) stets
als "unglaubwürdig" herausgestellt hätten. Es wird suggeriert, dass so gut wie alle
Anzeigen unberechtigt seien und die "angeblichen"
Opfer im Regelfall "falschen Erinnerungen" (siehe Punkt 2f5) aufsäßen.
In Schriften dieser teilweise sehr rennomierten und einflußreichen Leute findet sich klar
zuordenbares Täter-Lobby-Gedankengut.
Man kann hieraus schließen, dass sich dieses Gebiet fest in der Hand von Täter-Lobbyisten
befinden muss, da derartige öffentliche Äußerungen teilweise ganz unverhohlen gemacht werden.
- (1b) Einflussnahme auf die richterliche Rechtsprechung, z.B. durch Musterurteile etc.
(z.B. Strafminderung, wenn ein
konkreter medizinischer Schaden zum Verurteilungszeitpunkt bei einem
missbrauchten Baby nicht
festgestellt werden kann, da es am Penis des Angeklagten ja
"nur gelutscht" habe).
- (2a) Politische Arbeit: Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung von Sex mit Kindern.
- (2a1) Positive Darstellung von Pädophilen als "Freunde von Kindern"
(z.B. Argumentation mit der wörtlichen Bedeutung).
- (2a2) Verankerung von Mythen im öffentlichen Bewusstsein: Sex mit Kindern schade
(angeblich) nicht (oder sei angeblich sogar förderlich für die Entwicklung
von Kindern), wenn es gewaltfrei geschehe.
- (2a3) ...
- (2b) Einflussnahme auf Kinderschutz-Organisationen.
- Teilerfolge bei einer großen bekannten Kinderschutz-Organisation:
es gibt ein "Handbuch sexueller Missbrauch" (herausgegeben von einer Journalistin und
einem Fachhochschulprofessor),
das laut Klappentext angeblich das "Standardwerk" für den
Kinderschutz schlechthin darstellen soll. Darin treten Sexualwissenschaftler auf (siehe 2d1),
die bekannte Pädophilen-Behauptungen wie die angebliche Unschädlichkeit von einvernehmlichem
Sex mit Kindern als angeblich wissenschaftlich erwiesen zum Besten geben.
Neben einem einschlägig bekannten Pädophilen-Vertreter (bei dessen
früheren Publikationen sich gängige Pädophilen-Rechtfertigungen klar nachweisen lassen) finden
sich auch bekannte Namen aus der Gutachterpraxis (siehe 1a1) sowie
leitende Vertreter einer Kinderschutz-Organisation, die u.a. gegen andere (vor allem
feministisch orientierte) Kinderschutz-Vereine polemisieren und darüber klagen,
dass eine "Hexenjagd" gegen Unschuldige geführt würde
und Unschuldige unter "Missbrauchs-Verdächtigungen" leiden würden (vgl. "Wormser Prozesse").
Von Mitgefühl für die Opfer realen Missbrauchs kann ich bei diesem angeblichen "Standardwerk" für
den Kinderschutz nichts spüren, außer den bekannten Täter-Lobby-Behauptungen, dass Schäden
in vielen Fällen angeblich nicht auftreten würden.
Wegen der hohen Zahl von Beiträgen aus der erwähnten
Kinderschutz-Organisation (eine Internet-Recherche nach
den Autoren ergab, dass neben den offen deklarierten im Kinderschutz arbeitenden Autoren
auch weitere Autoren anscheinend zumindest zeitweise in Diensten der bekannten
Kinderschutz-Organisation standen)
habe ich die begründete Vermutung, dass das angebliche "Standardwerk"
wohl auch das Vorgehen dieser Kinderschutz-Organisation bei Missbrauchs-Verdacht
darstellen und lehren / weitergeben / zumindest beeinflussen sollte.
Über die Therapie der Opfer und über andere konkrete Opfer-Hilfe steht in diesem
angeblichen Standardwerk so gut wie nichts - schließlich werden
Missbrauchte nicht wirklich als Opfer anerkannt.
Die Sache hat m.E. auch deshalb einen hohen Skandalwert, weil die steuerlich
als gemeinnützig anerkannte Kinderschutz-Organisation
neben öffentlichen Fördermitteln wie Strafzahlungen durch Verurteilte
auch bedeutenden Medien-Einfluss in Deutschland ausübt und
Einfluss auf die Gesetzgebung nimmt.
- Im Internet gibt es Versuche, den Begriff "Kinderschutz" so umzudefinieren, dass damit
nicht etwa der Schutz eines Kindes vor Übergriffen, sondern
der "Schutz" vor dem Entfernen eines Missbrauchs-Beschuldigten aus der Familie (z.B. durch
das Jugendamt) gemeint ist.
- (2c) Beeinflussung der Massenmedien durch entsprechende Berichte (bisher relativ wenig
erfolgreich; meist "Einzeltreffer").
- Die belgischen Kinderschänder-Skandale und andere (z.B. in der katholischen Kirche) waren aus Sicht der
Täter-Lobby desaströs für ihre Versuche, "einvernehmlichen Sex" mit
Kindern zu propagieren. Die meisten erfolgreichen Versuche (auch in der
Filmindustrie; vgl. Filme wie "Lolita") liegen vor dieser Zeit.
Es gibt jedoch Meinungsäußerungen, die diesen Misserfolg beklagen - woraus man wiederum
schließen kann, dass diese Leute Täter-Lobby-Interessen vertreten.
- (2d) Beeinflussung der wissenschaftlichen Forschung.
- (2d1) Schwerpunkts-Erfolg in der Sexualwissenschaft (USA und Deutschland):
gängige Selbstbehauptungen von Pädophilen wie
z.B. die angebliche Einvernehmlichkeit von pädophilem Sex werden dort teilweise unwidersprochen
als Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Pädophilie und benachbarten
Themenstellungen innerhalb der Sexualwissenschaft dargestellt und damit
"wissenschaftlich anerkannt". Anderlautende Erkenntnisse anderer Fachrichtungen werden
dabei jedoch ignoriert.
Mit diesem Erfolg werden andere publikumswirksame Aktionen unterstützt
("wissenschaftliche Seriösität").
- (2d2) Auseinandersetzungen in anderen wissenschaftlichen Gebieten: meist
nur mäßiger Erfolg. Es sind jedoch Versuche erkennbar, die psychiatrische
Forschung (auch die Missbrauchs-Forschung) zu beeinflussen, wobei die
"Erkenntnisse" der Sexualwissenschaft sowie das angebliche "false memory syndrome" (2f5)
als Brückenkopf dienen.
- (2e) Einwirkungs-Versuche auf politische Parteien und die Gesetzgebung.
- (2e1) Etappenziel: Legalisierung von sog. "einvernehmlichem Sex" mit
Kindern. In einigen wenigen Äußerungen des Justizministeriums scheinen typische
Täter-Lobby-Einstellungen durch (es wäre sicher interessant, die Wege zu durchleuten,
wie diese hineingeraten sein könnten). Insgesamt war diese Arbeit bisher jedoch wenig erfolgreich,
vor allem wegen der vielen öffentlichen Kinderschänder-Skandale.
Allerdings gibt es öffentliche Meinungsäußerungen, die diesen Misserfolg beklagen - woraus man wiederum
schließen kann, dass diese Leute Täter-Lobby-Interessen vertreten (ob freiwillig oder unfreiwillig).
- (2e2) Die unstreitigen Kinderporno-Funde beim früheren SPD-Abgeordneten Jörg Tauss
(später zur Piraten-Partei übergetreten)
sind bereits öffentlich diskutiert worden (allerdings weniger die daraus zu ziehenden
Schlussfolgerungen). Zu hinterfragen wäre, welche Gesetzes-Initiativen er in welche
Richtung hat beeinflussen können, und welche Kanäle dabei genutzt wurden.
Die prompten Parteiausschluss-Diskussionen und -Reaktionen sowohl in der SPD als auch bei der Piratenpartei
lassen darauf hoffen, dass die demokratische Selbstreinigung und politische Willensbildung
trotz aller Heimlichkeiten immer noch funktioniert.
- (2f) Desinformation (auf verschiedenen Ebenen; Behinderung des "Gegners")
- (2f1) Störung / Spaltung von "feindlichen" Gruppierungen (insbesondere aus der Frauenbewegung,
speziell Wildwasser u.ä.) sowie Desinformation.
- (2f2) Stören / Verändern von öffentlich zugänglichen Informationen über sexuellen Missbrauch
(z.B. inhaltlicher Vandalismus an Wikipedia-Artikeln zum Thema "sexueller Missbrauch").
- (2f3) Diskreditieren wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, z.B.
lautstarke Behauptungen, Studien über das Vorkommen sexuellen Missbrauchs
(Inzidenz / Prävalenz) seien getürkt. Es gibt sogar vereinzelte Versuche,
ganze wissenschaftliche Fachgebiete als solche zu diskreditieren
(Unterstellung unlauterer Machenschaften).
- (2f4) Umgekehrt: Verzerren und Verdrehen von wissenschaftlichen Ergebnissen, z.B. durch Stellen in falsche Zusammenhänge.
Neben einer immer wieder zitierten
Studie von Rind (die fehlerhaft ist und der durch andere Studien widersprochen wurde)
geht es hier vor allem um sogenannte "falsche Erinnerungen". Hierzu ein
Zitat aus http://www.falsche-erinnerungen.de/
mit Hervorhebungen von mir:
In den "Einpflanzungsexperimenten" (z.B. Einkaufsstraßenexperiment von E. Loftus) arbeiten die Forscher wie folgt: Den Probanden werden eine Reihe von Erlebnissen aus ihrer eigenen Kindheit vorgelegt (nach Absprache mit deren älteren Verwandten). Ihnen wird vorgelogen, die Verwandten könnten bezeugen, dass alles stattgefunden habe. Dann werden sie aufgefordert, ausgiebig über diese Erlebnisse nachzudenken und dabei fehlende Erinnerungen durch Fantasien zu ersetzen.
Am Ende liefert jeder vierte Teilnehmer einen Bericht über das erfundene Ereignis ab
und hält es für wahr.
Achtung: ein Einpflanzungs-Experiment für falsche Erinnerungen, das
von vornherein auf gefälschten Beweisen basiert,
einen absichtlichen psychischen Druck auf die Probanden ausübt,
und trotzdem "nur" auf eine Erfolgsquote von rund 1/4 kommt.
Was beweist dieses Experiment? Dass es möglich ist, andere Leute erfolgreich zu verarschen,
indem man ihnen falsche Dinge einredet.
Die Volksweisheit kennt dieses Phänomen schon länger.
Dieses "bahnbrechende Forschungsresultat" wird jedoch von Täter-Lobbyisten dazu benutzt, um zu "beweisen",
dass ausgerechnet Therapeuten angeblich massenhaft
falsche Erinnerungen an sexuellen Missbrauch in großem Stil erzeugen würden!
Jegliche Erinnerungen, die erst in der Therapie hoch kämen, trügen daher das extrem
hohe Risiko, falsch zu sein!
(Allerdings nur, wenn es sich um Erinnerungen an sexuellen Missbrauch
handelt - bei anderen
Erinnerungen wird das angebliche "Syndrom" nicht angeprangert).
- (2f5) FMSF ("false memory syndrome foundation"): diese Gesellschaft zur Finanzierung einer
Medienkampagne wurde nachweislich
von Leuten gegründet, die als Missbraucher beschuldigt
wurden und mittels der von ihnen erfundenen False-Memory-Theorien die Verurteilung zu unterlaufen
suchten. Siehe hierzu auch der externe Link
Falsche Erinnerungen - Richtige Erinnerungen. Darin auch einiges zur wissenschaftlichen Haltbarkeit der von
Täter-Lobbyisten erfundenen Theorien.
- (2f6) Diverse Schmutzkampagnen, Rufmord-Kampagnen, Überziehen des "Gegners" mit einer Flut von
juristischen Angriffen, etc. Beispiele hierzu finden sich
in einem eigenen Kapitel bei Ursula Enders (siehe Literatur).
Inhaltliche Auseinandersetzung
Kernaussage
Der Kern von (freiwilligen oder unfreiwilligen) Täter-Lobby-Behauptungen dreht sich vor allem um
eine Zentralaussage:
einvernehmlicher Sex mit Kindern schade angeblich nicht.
Wenn man mit wissenschaftlichen Studien entgegenhält, die beweisen, dass sexueller Missbrauch sehr wohl gravierende
Folgeschäden (bis hin zu Selbstzerstörung durch Sucht oder SVV, um den Faktor 3 bis 6 gesteigerte Selbstmord-Raten, lebenslange Hospitalisierung in der Psychiatrie etc) nach sich ziehen kann (und in einer hohen
Anzahl von Fällen auch tatsächlich hat),
dann wird von (wissentlichen oder unwissentlichen)
Täter-Lobbyisten mit Vehemenz behauptet, diese Folgen kämen
nur in einer bestimmen (seltenen) Anzahl von Fällen oder durch andere Umstände
wie z.B. das Familienklima zustande - prinzipiell sei
Sex mit Kindern zumindest unter bestimmten Bedingungen unschädlich (oder sogar förderlich).
Die Täter-Lobby nutzt für diese Argumentation vor allem die vorhandenen Lücken in den
wissenschaftlichen Untersuchungen aus. Wegen Phänomenen wie dissoziativer Amnesie
lässt sich sexueller Missbrauch nie in 100% aller tatsächlich vorhandenen Fälle nachweisen.
Ebenso verhält es sich mit Folgen wie z.B. Posttraumatischer Belastungsstörung: diese
treten bei einer großen Teilmenge der Opfer erst mit langer zeitlicher Verzögerung
auf, teilweise erst nach Jahrzehnten (Nachweis dieses Effekts u.a. bei Vietnam-Veteranen)
und sind daher mit den üblichen Messinstrumenten (Querschnittsstudien) nicht vollständig nachweisbar.
Ganz allgemein: untersucht man eine bestimmte Gruppe von Leuten A auf
irgendein beliebiges Symptom B hin, dann
findet man i.A. eine Teilmenge, bei denen das Symptom sicher nachweisbar ist (im Bild weiß dargestellt),
eine Teilmenge, bei der das Symptom sicher ausgeschlossen werden kann (schwarz), und den Rest,
bei dem die Frage nicht sicher entschieden werden kann (grau dargestellt).
Das folgende Bild zeigt die Zahlenverhältnisse nicht proportional, sondern schematisch;
je nach Untersuchungsgegenstand kann einer der Bereiche sehr groß ausfallen und ein anderer
sehr klein sein oder sogar ganz wegfallen.
Schauen wir uns die Verhältnisse in der Gruppe der Missbrauchten (enge Definition) an
und untersuchen das Auftreten schwerwiegender psychiatrischer Symptome
wie z.B. dissoziative Störungen verschiedener Art,
Borderline etc.
Es gibt mehrere Untersuchungen dieser Art.
Die sicher gefundenen Symptome schwanken in dieser Gruppe je nach Untersuchung von rund 50% bis
rund 80%. Was ist mit den restlichen 20% bis 50%?
Ist bei diesen die Existenz von Folgen des Missbrauchs sicher ausgeschlossen?
Nein! Bei ihnen weiß man lediglich, dass
im Moment der Untersuchung keine der untersuchten potentiellen Folgesymptome
erkennbar waren.
In der Traumaforschung ist bekannt, dass bestimmte Störungen wie chronifizierte Belastungsstörungen
nicht ständig, sondern oftmals in langen Intervallen oder erst nach langer Zeit
auftreten (sog: "Oszillieren").
Dies stimmt mit der häufigen klinischen Beobachtung überein, dass
beispielsweise eine PTBS, bei der der Inhalt der traumatischen Belastungen
klar auf sexuellen Missbrauch im Kindesalter hinweist, nicht selten erst
im Erwachsenenalter auftritt (bei mir z.B. erst mit 36), und zwar
meistens erst nach einem Trauma-Auslöser (wie z.B.
die Geburt eines Kindes). Die Empfindlichkeit für
Trauma-Auslöser war jedoch auch schon vorher in versteckter
Form vorhanden, was aber lediglich niemandem auffiel!
Bedeutet die Erkenntnis von der Unsicherheit der Nicht-Folgen,
dass jeder sexueller Missbrauch Folgen nach sich zieht? Dies kann
man wiederum ebenfalls nicht schlussfolgern! Es ist durchaus möglich, dass
jemand zeitlebens keine Folgesymptome entwickelt, z.B. weil er die
Missbrauchs-Erfahrungen kompensieren konnte.
Es ist jedoch falsch, daraus zu folgern, er sei
nicht geschädigt worden! Beispielsweise kann ein Raucher, der lediglich keinen
Lungenkrebs entwickelt, alleine aufgrunddessen nicht als vollkommen ungeschädigt
durch das Rauchen dargestellt werden. Im Unterschied zu psychischen Verletzungen
kann man bei einem Raucher Schädigungen des Lungengewebes mit Labormethoden feststellen.
Nur weil man etwas im Normalfall nicht sehen kann, darf man nicht folgern,
es könne nicht vorhanden sein.
Dies bedeutet also, dass man für den Rest der Missbrauchten niemals sicher sein kann,
ob es Folgen gibt oder nicht. Die Täter-Lobby tut jedoch so, als
könne man aus dem Fehlen erkennbarer Folgesymptome zum Untersuchungszeitpunkt
mit Sicherheit schließen, der Missbrauch habe keinerlei negative
Folgen gehabt.
Wie hoch ist das Ausmaß der Folgeschäden wirklich? Darüber gibt es leider nur sehr wenige
Längsschnitt-Studien, die ganze Jahrgänge über längere Zeiträume (Jahrzehnte) beobachtet haben.
Details sind in meinem Artikel über die Schädlichkeit von sexuellem Missbrauch
sowie das Ausmaß
genauer dargestellt. Fazit hieraus: die Behauptungen der Täter-Lobby sind bereits seit langem
wissenschaftlich widerlegt.
Dennoch hat die Täter-Lobby den Erfolg gehabt, dass die o.g. falsche Argumentationsweise
von Gerichten übernommen wurde und in zahllosen Urteilen aufscheint.
Sieht man sich die Struktur der von (freiwilligen oder unfreiwilligen)
Täter-Lobbyisten vertretenen Thesen genauer an, dann fällt
ihre Verwandtschaft mit typischen Rechtfertigungs-Systemen von Tätern wie VAS
(siehe Literatur Deegener) auf.
Wer der Täter-Lobby auf den Grund gehen will, sollte sich vor allem mit diesen Mustern
und Strukturen befassen.
Weitere Erkennungszeichen von Täter-Lobbyismus
Nicht immer wird die Kernaussage vertreten, Sex mit Kindern schade angeblich nicht.
Manchmal kommt Täter-Lobby-Gedankengut auch in anderen Ausprägungen daher,
mit denen Täter-Lobby-Positionen direkt oder indirekt gestärkt werden sollen:
- Sehr viele / fast alle Missbrauchs-Vorwürfe gehen angeblich auf falsche Erinnerungen zurück.
Wer dies behauptet, arbeitet ziemlich unverhohlen für Ziele der Täter-Lobby. Das angebliche Phänomen
der "falschen Erinnerungen" im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch
ist nämlich wissenschaftlich nicht nachgewiesen (vgl.
http://www.falsche-erinnerungen.de/literatur_sexmissbrauch.htm).
- Missbrauchs-Vorwürfe werden angeblich hauptsächlich / nur von Müttern bei
Scheidungs-Auseinandersetzungen erhoben,
um den Vater vom Umgang auszuschließen (angeblich weite Verbreitung von
"Missbrauch mit dem Missbrauch").
Indirekte Suggestion: an erhobenen Missbrauchs-Vorwürfen sei so gut wie nie was dran.
Dies stellt eine unzulässige Über-Pauschalierung dar. Zur Häufigkeit von sexuellem
Missbrauch gibt es Massen an Studien, die das Gegenteil belegen.
- Pädophile seien angeblich Freunde von Kindern und würden sie daher nicht missbrauchen -
man dürfe sie nicht mit Pädokriminellen verwechseln. Hiervon gibt es viele Varianten.
Ausführliche Behandlung in meinem
Artikel über Pädophilie.
- "Opfer" seien oftmals nicht geschädigt. Siehe Artikel über
Schädlichkeit von sexuellem Missbrauch.
- Wer Sex mit Kindern moralisch verwerflich oder abstoßend / ekelhaft finde,
der sei heutzutage auf dem falschen Dampfer - er schränke die Freiheit der Sexualität ein
(1968er Argumentation).
Moralische Argumente seien heute fehl am Platz. Oder eine andere Variante: die meisten Leute würden
Missbrauch nur deshalb abstoßend finden, weil sie "nicht richtig aufgeklärt" seien.
Dem halte ich entgegen: die vielen wissenschaftlichen Studien über die Schädlichkeit von Missbrauch
benutzen gar keine moralische Argumentation, und kommen trotzdem zu anderen Ergebnissen.
Die Freiheit des einen endet dort, wo die ernsthafte Gefahr einer Schädigung
des anderen beginnt!
- Kinderschützer brächten Massen an zu Unrecht Verdächtigten hervor.
Siehe Diskussion weiter oben.
Ein Beispiel für False-Memory-Lobbyismus
Das Verdrehen der Opfer-Rolle
(wer ist wirklich das Opfer, wer wird hingegen nur als solches dargestellt) ist eine
häufige Strategie von Tätern und ihren Lobbyisten.
Hierzu ein Beispiel:
Als meine Erinnerungen an den sexuellen Missbrauch durch meine Mutter
in Flashback-Form hochkamen, waren diese für mich so schlimm und kaum aushaltbar,
dass ich in eine Dekompensation geriet. Gerade wegen der
Vorwürfe, die sich aus diesem Trauma-Material gegen meine Mutter ergaben, bin ich sorgsam damit umgegangen.
Ich habe viele
Puzzle-Stücke (deren Inhalt ich anfangs oft selbst nicht glauben konnte) erstmal in Aufzeichnungen
gesammelt. Dann habe ich meiner Mutter einen Brief geschrieben, um das Wichtigste davon zu klären (die Details sind
in meiner Missbrauchs-Geschichte ausführlich erklärt).
Meine Mutter hat den Missbrauch nicht geleugnet, sondern klar und deutlich bestätigt.
Auch mein Vater hat zugegeben, dass er mich wegen dieser Geschichte als Kind geprügelt hat.
Weitere Bestätigungen gab es von meinen Geschwistern und weiteren Verwandten.
Nun sollte man meinen, meine Geschichte ist durch diese klaren Täter-Geständnisse
so gut gesichert, dass niemand mit halbwegs intaktem
Verstand und Gefühl meine Geschichte einfach so aus heiterem Himmel anzweifeln kann.
Weit gefehlt. Es gibt Leute, die sogar das hinkriegen.
Folgendes habe ich in meinem Gästebuch gefunden:
Nun, es stimmt nicht, dass ich auf das Thema nicht eingehe (siehe mein Artikel über die
Echtheit von Erinnerungen). Und ich verwahre mich dagegen,
öffentlich als "zu unkritisch gegenüber meinen eigenen Erinnerungen" angeprangert zu werden.
Abgesehen davon, dass
die meisten meiner Erinnerungen rund 1 Jahr vor dem Beginn meiner Therapie hochkamen und die
Therapie vieles nur vervollständigt hat.
Ich finde es erstaunlich, mit welch hehrer Überzeugung manche Leute innerhalb kürzester Zeit
Diagnosen stellen und dabei die falschen Behauptungen von Täter-Lobbyisten
(Elizabeth Loftus hat etwas ganz anderes gezeigt! s.o.) weiter verbreiten und diese als angeblich
erwiesene Wahrheiten verkaufen.
Anscheinend sind sie sich nicht bewusst, was sie damit anrichten können.
Hierbei geht es nicht nur um die schweren seelischen Verletzungen, die
solche Äußerungen einem Opfer zufügen können.
Noch vor 10 Jahren hätten mich derartige Äußerungen in
tiefste Verzweiflung gestürzt.
Mein Onkel hat sich übrigens in einer derartigen Verzweiflung befunden, die durch
Nicht-Glauben von Erinnerungen
verstärkt oder hervorgerufen werden,
als er Selbstmord beging. Ich weiß noch ganz genau,
was ihm meine Mutter kurz vorher noch vorgeworfen hat, als er Hilfe suchte, weil er von seinen
Erinnerungen an den sadistischen Missbrauch durch meine Oma (beider Mutter) heimgesucht wurde.
Dieselbe Mutter übrigens, die bei der Beerdigung meiner Oma keine einzige Träne geweint hat,
da auch sie von ihr missbraucht wurde, wie sie mir als Kind ausführlichst erzählt hat.
Manche Leute denken bei ihrem Feldzug für die angeblich so vielen armen unschuldigen Missbrauchs-Beschuldigten
ganz offensichtlich nicht daran, was sie mit ihren unsensiblen, in Wahrheit
unkritischen und obendrein teilweise unrichtigen Äußerungen
bei den wirklichen Opfern sexuellen Missbrauchs anrichten können.
Merksatz: für Opfer ist es unerträglich,
ihren Opfer-Status (indirekt) abgesprochen zu bekommen.
Deshalb: keine False-Memory-Theorien unterbreiten, wenn man nicht
im Einzelfall beweisen kann, dass es sich um falsche Erinnerungen
handeln muss!
Konsequenzen
Aus dem "Fall Worms" und anderen Fällen sind immer noch nicht genügend Konsequenzen gezogen worden.
Es stellen sich interessante Fragen:
- Wie hoch ist der Anteil an Doppelgängern (Pädophile, die im Gewand von Kinderschützern auftreten)
wirklich? Naturgemäß ist diese Frage nur sehr schwer beantwortbar. Nimmt man die Anzahl der Internet-Publikationen,
die als "Kinderschutz-Seiten" gelten wollen aber in Wirklichkeit schwerste Täter-Verdrehungen
erkennen lassen, dann muss dieser Anteil exorbitant hoch sein.
- Was kann man tun, um derartige "Doppelgänger" mit höherer Sicherheit als bisher aufzudecken?
Wie geht man mit entsprechenden Verdachtsfällen sinnvoll um (besonnen, ohne Hysterie und inszenierte
Dynamiken, aber wirksam und professionell)?
- Wie sieht es mit der Selbstreinigung von Kinderschutz-Organisationen aus? Können diese das
überhaupt leisten (z.B. wenn bereits angesehene Gründungsmitglieder unter den Doppelgängern
sind oder die Gründung ursprünglich Täter-Lobby-Interessen dienen sollte, was man ggf. sogar
aus Gründungs-Urkunden zwischen den Zeilen herauslesen kann)?
Wer kann eine derartige Kontrolle sonst überhaupt leisten? Ist wegen der potentiell
gravierenden Folgen staatliche Aufsicht für NGOs gefragt? Wie kann sichergestellt werden,
dass nicht ausgerechnet diese Aufsicht wiederum versteckte Täter-Lobby-Interessen verfolgt (nicht
dass man dadurch erst recht den Bock zum Gärtner macht)?
- Wer revidiert die vielen falschen Schlussfolgerungen und Aktionen, ja sogar
Gutachter- und Gerichts-Vorgehensweisen, die aus
der früheren falschen Bewertung der Wormser Vorgänge (mit-)entstanden sind?
Alles muss hier nochmals auf den Prüfstand!
- Wie kann man insgeheime Täter-Lobbyisten unter Gutachtern, Jugendämtern und der Justiz
sowie der Wissenschaft aufspüren und mit ihnen sinnvoll umgehen?
- Wie kann man der langfristigen Gefahr durch die Unterwanderung
von Kinderschutz-Einrichtungen und Behörden,
Gutachtern, Gerichten durch Täter-Lobbyisten wirksam begegnen?
- Wie kann man die Aufsicht / Innenrevision sowie das Dienstrecht
von Jugendhilfe-Einrichtungen und
insbesondere der Behörden selbst so gestalten, dass sich Ähnliches wie in Worms nicht wiederholen kann?
Wer setzt dies politisch durch?
- Wer behebt die schweren systemischen Mängel unseres Staates und unserer Gesellschaft,
die derartiges erst ermöglichen?
- Und nicht zuletzt: wo bleibt Volkes Stimme angesichts der ungeheuerlichen Vorfälle?
Weshalb blieben die Presse-und TV-Reaktionen auf den "heutigen Skandal mit dem damaligen Skandal" relativ
bescheiden?
Merksatz: nicht überall, wo "Kinderschutz" draufsteht, ist auch wirklich Kinderschutz drin!
Mein persönlicher Ratschlag für Überlebende: bei einem Missbrauchs-Verdacht oder auch sonst
lieber nicht zu Organisationen gehen,
die "Kinderschutz" auf ihren Fahnen stehen haben, sondern zu solchen, die sich ausdrücklich um
Opfer sexuellen Missbrauchs oder um Opfer anderer Verbrechen kümmern.
Dieser Tipp kann Dir u.U. unendlich viel Leid ersparen!
Hinweis an mitlesende Journalisten: nehmt die hier gegebenen Hinweise
als Ausgangspunkt eigener sorgfältiger(!) und gewissenhafter(!) Recherchen.
Ich gehe Wetten ein, dass ihr vom Gesamt-Ausmaß des insgesamt
vorhandenen Skandal-Materials noch jahrelang leben könnt, wenn ihr das richtig aufbereitet und herausbringt.
Das erfordert aber viel Arbeit, um die ihr nicht herumkommt.
Literatur
Ursula Enders: Zart war ich, bitter war's. Handbuch gegen sexuellen Missbrauch.
Verlag Kiepenheuer & Witsch, zweite Auflage 2006.
Darin vor allem Kapitel V (selbst ernannte "Kinderfreunde"),
sowie Kapitel XVIII und XIX (Die Täter- und Täterinnenlobby hat viele Gesichter).
Dort sind auch Namen genannt,
was teilweise in juristischen Auseinandersetzungen durchgefochten werden musste.
Deegener: Sexueller Missbrauch. Die Täter. Beltz Verlag 1995.
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