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Juli 98
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Stand 30. Juli 1998
Drei Jahre Gefängnis
Wegen sexuellem Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen hat das Landgericht Neuruppin gestern einen 43jährigen Mann zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er ist in mehr als 20 Fällen des Mißbrauchs und der Herstellung pornographischer Fotos schuldig. dpa HST 30.7.98
Zukunft der Medien
Die Enquete-Kommission "Zukunft der Medien" teilte in ihrem Abschlußbericht mit, daß unsere Gesellschaft mitten in einem Umschwung stehe, wie zu Zeiten der Wandlung von der Agrar- in die Industriegesellschaft. Es sei Aufgabe der Politik die enormen Chancen der Technologien zu nutzen und Risiken für den Einzelnen anzufedern.
Einigkeit bestand auch in der Hervorhebung der Notwendigkeit von lebenslangem Lernen. In der globalen Informationsgesellschaft von morgen wird nur die Gesellschaft eine hohe Lebensqualität erreichen und nur die Volkswirtschaft wettbewerbsfähig sein, deren Produktionselite über die Fähigkeit für einen selbstbestimmten, souveränen Umgang mit den neuen Medien und den Informations- und Kommunikationstechniken verfügt.
Insgesamt sieht die Kommission angesichts der grenzenlosen Vernetzung Gestaltungsmöglichkeiten von Bürgern und Unternehmen wachsen und den Einfluss des Staates schwinden.
Im Jahre 2000 soll es in Deutschland etwa 1 Million Telearbeitsplätze geben, gegenüber heute rund 30 000. dpa HST vom 25.7.9
Es kann sein, da ich den Provider wechsle, daß die Seite mal kurz weg ist oder umgeleitet wird. Bitte nicht erschrecken. Es geht auf jeden Fall weiter. Ich werde auch weiterhin unter dieser Adresse im Netz sein, darab ändert sich nichts.
Habe wieder eine neu Rubrik in Arbeit, es ist eine Anleitung, oder besser Konzeption für
FRAUEN SelbstHilfeGruppen gegen Gewalt
Ich habe das Material von PRO Familia in Schwäbisch Hall erhalten, die auch die unten angefürhten Gruppen anbieten. Wer gerne in der eigenen Umgebung eine Gruppe einrichten möcht findet in der Konzeption sicher den einen oder anderen Tip.
Werde übers Wochenende die Seiten ins Netz setzen.
ACHTUNG!!
Ab September gleich 2 neue Selbsthilfegruppen
für den Großraum - Schwäbisch Hall - Crailsheim - Gaildorf und Künzelsau
Wa sich gestern schon angekündigt hat, wurde zur Gewissheit. Ronnie Rieken, der Mörder von Christina Nytsch hat auch die seit Juni 1996 vermisste Ulrike Everst aus Jeddeloh getötet. Es wurden Leichenteile in einem Moorgebiet bei Oldenburg gefunden.
2 Jahre haben die Eltern von Ulrike die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht aufgegeben, sie haben unermüdlich nach ihrer Tocher gesucht.
Ich wünsche ihnen all die Kraft, die sie für die nächsten Tage brauchen.
Zur Erinnerung an Ulrike Everst
Christa Helbach-Schmidt
An dieser Stelle möchte ich alle Besucher dieser Seite nochmals auffordern und bitten:
Wenn ihr irgendwo eine Seite im Netz findet, die kinderpornografisches Material enthält,
oder eine entsprechende Mail erhaltet, wendet euch, vor allem wenn es sich um Überlebende
handelt, an die Polizei, oder entsprechende Adressen im Internet und gebt die Intformationen weiter.
Infos auch unter care@child
Wenn ich in den letzten Tagen in der Zeitung lese, wird mir ganz komisch. Weiter unten habe ich paar Beispiele aufgeführt. Es geht natürlich auch um den Skandal in Holland. Es bereitet mir fast körperliche Schmerzen über die Ungeheuerlichkeiten dieser Täter zu lesen.
Wie unverfroren und rücksichtslos mit Menschen, noch so klein und hilflos, umgegangen wird! Kein Respekt vor dem Leben an sich! Leben diese Täter überhaupt?
Manchmal träume ich einen verrückten Traum:
Ich habe mit vielen anderen Frauen,die sexuellen Missbrauch erlebt haben, die Möglichkeit einen Täter in die Finger zu bekommen, wie es dem wohl ergehen würde? Wir könnten ihn quälen, vielleicht sogar über Jahre hinweg. Wir könnten mit ihm machen was wir wollen, vielleicht sogar einen Video drehen und den dann teuer an andere Betroffene verkaufen, damit sie ungestört in ihren Rachegedanken schwelgen können.
Sicher denken jetzt viele, die spinnt doch. Absurder wie die Tatsachen aus Holland ist dieser Traum aber sicher nicht.
Die Frage was man tun kann bleibt bestehen und bestimmt wird der Schrei nach härteren Strafen für die Täter jetzt wieder laut. Immer wenn irgendein schreckliches Sexualverbrechen an Kindern bekannt wird, schreit das Land nach höheren Strafen. Die Schreie verhallen dann aber meist doch ungehört und nichts passiert. Bis zum nächsten Fall.
Christa Helbach-Schmidt
Kleiner Auszug aus dem Buch Seelenmord von Ursula Wirtz
Informationen über Wildwasser e. V. in Berlin
Daß Mißbrauch nicht nur sexueller Natur sein muß, beweist dieser Fall:
Hohe Haftstrafen im Fall Julia
Vor dem Chemnitzer Landgericht wurden gegen die beiden Peiniger der kleinen Julia gestern Haftstrafen verhängt.
Die 23jährige Mutter und der 29jährige Ex-Freund wurden zu jeweils 9,5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Die beiden hatten das 6jährige Mädchen im Sommer 97 bis zur Bewußtlosigkeit gequält. Bis heute liegt Julia im Koma und schwebt laut Aussage des behandelnden Arztes in Lebensgefahr. Julia bekam 3,5 Wochen nur sehr wenig zu essen und wurde zu Schreibübungen stundenlang an den Stuhl gefesselt.
Am 24. August brach Julia bewußtlos zusammen. Ihr Körper wies zahlreiche Spuren von Schlägen auf.
Großer Niederländerischer Pornoring aufgedeckt
Pornos übers Internet verbreitet
Täter auf den Sichergestellten Disketten gut zu erkennen
Laut Marcel Vervloesem von der Belgischen Bürgerinitiative Morkhoven gegen Kindesmißbrauch:
Das schlimmste, was ich jemals gesehen habe!
In Zandvoort hat die Polizei in einem Fereinappartement Tausende von Fotos und Disketten beschlagtnahmt, auf denen sexueller Mißbrauch an Kleinkindern zu sehen ist. Die Pornos wurden übers Internet verbreitet.
Schockierend war die Art des gefundenen Materials: Aufnahmen von ein- bis eineinhalbjährigen Kindern, die so brutal vergewaltigt wurden, waren bisher unbekannt.
Auch hartgesottene Fander mussten nach Worten suchen. Das Schlimmste, was ich jemals gesehen habe, sagte Marcel Vervloesem von der Bürgerinitiative gegen Kindesmißbrauch in Belgien.
Der Psychologe Wim Wolters meinte: Diese Kinder werden so geschädigt (man nennt es Seelenmord A. d. R.), daß nichts mehr von ihnen übrigbleibt.
Laut Berliner Morgenpost spielt auch Berlin eine Hauptrolle in diesem Porno-Netzwerk. Vervloesem versicherte, daß viele Berliner Adressen beschlagnahmt wurden. Die Gesichter der Täter seinen auf den Disketten gut zu erkennen, ein Verdächtiger sitze bereit in Haft, ein anderer wurde in Italien von einem Kompliezen erschossen.
Die Niederlande gelten als eine der Hauptproduktionsorte von Videos und Fotos, die den sexuellen Mißbrauch von Kindern zeigen. Die Kunden sitzen natürlich in aller Welt. Das Internet hat den Tätern völlig neue Perspektiven geöffnet (uns &Uuberlebenden aber auch). Während sie früher Hefte und Fotos einzeln verschicken mussten, können nun tausende von Interessenten aufeinmal erreicht werden.
Bis zu 4000.- DM bezahlen manche Kinderschänder für ein 60 Minuten Video, sagte Steffen Grimm von der Münchner Polizeistelle zur Verfolgung von Kinderpornografie im Internet.
Natürlich kennt die Gier der Abnehmer am Bildschirm keine Grenzen. Immer wieder gibt es Hinweise auf sogenannte Snuff-Videos mit dem wohl schlimmsten Verbrechen, das sich überhaupt denken läßt: Vor laufender Kamera werden Kinder vergewaltigt und dann getötet.
Nach 5 Jahren ist Inzest verjährt
Als ich dies in der Zeitung gelesen habe, ist eine Wut in mir hochgekrochen, wer beschließt denn, daß Inzest nach 5 Jahren verjährt ist?
Für mich eine Ungeheuerlichkeit von Seiten des Gesetzgebers, vor allem, mit welchem Recht. Wir leiden, leiden oft ein Leben lang und die, die mit uns leben natürlich auch. Wie viele von uns können gar kein "normales" Leben führen. Ich möchte auch nicht wissen wie viele von uns in der Psychiatrie landen und dort dahin vegetieren.
Ist es nicht an der Zeit umzudenken. Den Tätern Angst zu machen vor der Strafe die sie erwartet? Todesstrafe, ich denke es ist keine Lösung. Irgendetwas muß in unserer Gesellschaft doch grundlegend falsch laufen, haben wir keine Moral mehr, Moral dem Menschen gegenüber, dem Leben, der Natur. Wir Menschen machen Alles kaputt, sogar uns selbst. Der Neid wird immer größer, der Leistungsdruck vor allem für den Mann in unserer Gesellschaft natürlich auch und wer wäre geeigneter sich Respekt zu verschaffen, als die eigene Tochter.
Morgen kann der Vater wieder lachen im Büro, hat er seinen Frust doch gestern an seiner süßen Tochter abgelassen.
5 Jahre hat die Tochter Zeit und wenn sie sehr klein war sind 5 Jahre gar nichts, wenn er sie gut präpariert hat sowieso nicht, die Erinnerungen kommen also zu spät, die Seele läßt sich keinen Gesetzen unterwerfen, sie schmerzt wann immer sie will. Der Gesetzgeber muß umdenken, wiegt sich jeder Vater der auf seine Tochter steht doch in Sicherheit, wenn er weiß in 5 Jahren ist Alles vorbei, dann kann sie mir gar nichts mehr.
Und wenn wir mal ganz ehrlich mit unserer Gesellschaft sind, wer glaubt uns denn schon. Es sind nur wenige Menschen. Am liebsten mag man uns schweigend mit geschlossenem Mund wie schon in der Kindheit.
Prozeß gegen Haller Pfadfinderleiter wegen sexuellem Kindesmißbrauch
Spontan Pornos gezeigt
1. Prozeßtag
Der Angeklagte antwortet nur mit Kopfschütteln. Seit gestern muß, sich der im Oktober 97 verhaftete 27jährige ehemalige Pfadfinderleiter aus Schwäbisch Hall vor der Heilbronner Jugendkammer wegen sexuellem Mißbrauch an Schutzbefohlenen verantworten. 192 Taten hat der Angeklagte gestanden, warum er die Taten begangen hat konnte er dem Gericht allerdings nicht erklären.
Er habe sich schon zu ihm (11jähriger Junge) hingezogen gefühlt, es habe sich einfach spontan ergeben, daß er dem 11jährigen Jungen aus seiner Pfadfindergruppe im Frühjahr 94 (später auch anderen Jungen aus der Gruppe) in seiner Wohnung Porno-Hefte und einen stark jugendgefährdenden Film zeigte, nach der Frage ob er erregt sei, forderte er ihn auf, sein Geschlechtsteil zu entblösen. Der Angeklagte wiederholte mehrmals, es sei alles reiner Zufall und auf keinen Fall Berechnung oder so was gewesen, daß, er Anfang der 90er Jahre als Mitarbeiter in den Schwäbisch Haller Stamm Jona des Vereins Christlicher Pfadfinder eintrat. Er habe dies nicht mit der Absicht getan um sich Kindern sexuell nähern zu können.
1994 habe er gegenüber dem 11jährigen Jungen pädophile Neigungen verspürt. Der Junge sei fast täglich in die Wohnung des Gruppenleiters gekommen, wo sie sich gegenseitig an den Geschlechtsteilen manipulierten. Später wurden natürlich weitere sexuelle Handlungen verlangt.
Einige der 192 vorgeworfenen Fälle betreffen fünf andere Jungen aus der Pfadfindergruppe, 185 sexuelle Handlungen wurden an dem 11jährigen begangen.
Laut Anklage leidet der Ageklagte unter sexuellen Minderwertigkeitsgefühlen und hat daher ein gestörtes Sexualverhalten.
Einen Monat nach seiner Verhaftung, hatte der Angeklagte versucht sich im Gefängnis mit einer Überdosis Psychopharmaka das Leben zu nehmen. Die 3 Begründungen für den Selbstmordversuch waren: daß ich mit dem, was ich gemacht habe, nicht mehr leben darf; daß meine Familie darunter leidet; und daß man im Gefängnis als Kinderschänder auf der untersten Stufe steht. Er habe Drohungen und Morddrohungen erhalten.
Ein weiterer Mitarbeiter des Stammes Jona aus Schwäbisch Hall wurde vergangene Woche, wegen Missbrauchs in 22 Fällen zu 2 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt. Im Heilbronner Prozeß wird heute ein Urteil erwartet.
2. Prozeßtag
Das Gesicht in den Händen vergraben, ließ der 27jaährige Schwäbisch Haller die 45minütige Urteilsbegründung über sich ergehen. 4 Jahre und 4 Monate muß er wegen sexuellem Mißbrauch an Schutzbefohlenen in Haft.
13 Fälle (von 192 gestandenen) sexuellen Mißbrauchs waren letztendlich als unverwechselbare Einzelhandlungen aus den verschiedenen Aussagen herausgefiltert worden. Ursprünglich ging die Anklage von 192 Fällen aus und der vorsitzende Richter betonte, daß die Kontakte in die Hunderte gingen.
Besonders angetan hatte es dem Pfadfinderleiter der damals 11jährige Junge, den er über 3 Jahre in seiner Wohnung und auf Zeltlagern immer wieder zu sexuellen Handlungen animierte. Als er Gruppenleiter wurde, seien die Kinder vor ihm dahingeschmolzen und jeder wollte natürlich sein Freund sein, analysierte der Richter. Statt es dabei zu belassen, habe der Angeklagte die Kinder zu sich nach Hause eingeladen und für eine erotisierende Stimmung gesorgt indem er mit den 11jährigen relativ offen über sexuelle Erfahrungen sprach.
Der Staatsanwalt hatte fünf Jahre und 3 Monate gefordert, daß der Angeklagte geständig war und so dem heute 15jährigen Jungen die Aussage vor Gericht erspart blieb, wertete die Jugendkammer zu seinen Gunsten.
Der Angeklagte hatte all die Jahre subtilen Druck auf den Jungen ausgeübt: Er sagte, er habe Magenkrebs und die sexuellen Kontakte seinen heilsam, er drohte auch mit Selbstmord.
Beim verlassen des Gebädes wurde der Angeklagte schon von den Teams von ARD und ZDF erwartet, seinen grünen Anorak über das Gesicht gezogen wurde er abgeführt.
aus der Heilbronner St6imme vom 17.7.98
Unicef-Report für Deutschland
300 000 Kinder sind obdachlos
Rund 300 000 Kinder in Deutschland haben nach Angaben der Unicef kein festes Zuhause. Sie übernachten in Obdachlosenunterkünften und Übergangswohnheimen oder fänden bei Verwandten Unterschlupf, heißt es unter Berufung auf die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in dem Unicef-Jahresbericht, der gestern in Bonn vorgestellt wurde. Die Zahl der wohnungslosen Kinder und Jugendlichen in den neuen Bundesländern habe sich von 1992 bis 1996 verdreifacht. Im Mittelpunkt des Unicef-Reports stehen diesmal auch die Auswirkungen fehlender Geburtenregistrierung und die benachteiligung von Mädchen
Kinder und Jugendliche in den Industriestaaten litten besonders unter den Folgen des sozialen Abstiegs ihrer Famielien, heißt es in ihrem Bericht. Sie hätten häufiger Krankheiten und ein gemindertes Selbstwertgefühl.(dpa)
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